Western Diorama in 1:10 – Part 7

Um etwas Abwechslung in den Bau zu bringen, geht es nun auch an die farbliche Gestaltung des Gebäudes. Während man früher vor allem auch auf Modelleisenbahnlagen einfache „Baukastenhäuser“ mit farbigen Spritzgussteilen völlig unbehandelt im Gelände platzierte, ist heutzutage ein Patinieren ( künstliches Altern)nicht mehr wegzudenken. Nur so erzielt man eine wirklich realistische Optik und das nicht nur von einem Gebäude.
Auch unser Westernhotel muss natürlich entsprechend behandelt werden. Gerade ein Holzgebäude ist schon nach kurzer Standzeit angegriffen und würde schlicht bzw. gleichmäßig bemalt viel zu unnatürlich wirken. Schon jetzt steht fest, dass die farbliche Behandlung mindestens genau so lange wie der eigentlich Bau dauern wird.
Für den Grundanstrich benutzen wir Außenlasur ( Palisanderfarben ) und für die feinen Patina Arbeiten Acrylfarbe und Farbpigmente, die wir aus zermahlener Soft Pastellkreide gewinnen.
Zunächst erfolgt ein kompletter Anstrich des Balkons / Eingangsbereiches mit der Außenlasur. Das Auftragen der Lasur muss natürlich außerhalb geschlossener Räume vorgenommen werden. Die Lasur sollte nicht zu dick aufgetragen werden, damit die Holzmaserung gut sichtbar bleibt, der Farbton nicht zu intensiv wird und das Holz nicht sättigend gedeckt ist. Ggf. zu viel aufgetragene Lasur kann sofort mit einem Lappen abgewischt werden. Später soll zusätzliche Acrylfarbe den Farbton noch verändern. Bereits jetzt zeigen sich durch das Einziehen der Lasur einige schöne Effekte an Hirnholzstellen – z.B. an den Pfosten für den Balkonhandlauf. Da Hirnholz viel stärker die Lasur aufsaugt als die Längsmaserung, werden diese Stellen automatisch dunkler– ein durchaus gewünschter Effekt.
Die eigentlichen Patina Arbeiten werden im Washing ( Waschen) und Brushing ( Bürsten)Verfahren durchgeführt. Beim Washing wird sehr stark verdünnte Farbe, beim Brushing Farbe mit normaler Konsistenz eingesetzt. Beim Brushing wird die Farbe mit einem Borstenpinsel aufgenommen und dann auf einem Papier fast ganz ab- bzw. trockengerieben. Sobald der Pinsel kaum noch Farbe abgibt, werden vorstehende Stellen und Kanten mit dem Pinsel angebürstet. Dadurch entsteht zum einen ein Verwitterungseffekt und außerdem eine verstärkte Tiefenwirkung ( hell immer vorn/ dunkel immer hinten). Angewendet z.B. an den Balkongeländerpfosten mit grauer Acrylfarbe.
Bei den glatten Balsa-Bodenbrettern lässt sich diese Technik nicht so gut anwenden – die Bretter werden „gewaschen“. Die graue Acrylfarbe wird dabei sehr stark verdünnt und dann einfach und leicht unregelmäßig aufgetragen. Da das Holz noch nicht gesättigt ist ( s.o.), erhält dieses nun einen leichten verstaubten und verwitterten Graulook. In offenen Bereichen sollte dieser Effekt verstärkt werden ( z.B. auf dem nicht überdachten Balkon ), da die Witterungseinflüsse hier größer sind.
Weitere Feinarbeiten lassen das Modell immer realistischer wirken: kleine Nagelreihen auf den Bodenbrettern mit Rostansatz oder dunkle Flächen in Bereichen wo Wasser steht oder öfters herunterläuft und das Holz faulen lässt. In Schattenbereichen kann zusätzliches Grün Moos imitieren.
Diese kleinen Akzente erledigen wir mit abgeriebener Softpastellkreide und durch unterschiedliche Mengenzugabe von Wasser. Gerade bei der Verwendung kleinerer Farbmengen ist Soft Pastellkreide ideal, da man nicht Unmengen an normaler Farbe erwerben muss.
Als Nächstes ist dann der Treppenaufgang an der Reihe…….