Spyderco Puukko G10

Mit dem Spyderco G10 Puukko hatte ich persönlich schon lange geliebäugelt. Aufgrund des enorm hohen Endkundenpreises von weit über 300 Euro und einem dementsprechend ebenfalls sehr hohen Händler EK habe ich allerdings stets auf das Messer sowohl für mich als auch für unseren Shop verzichtet. Nun tat sich aber eine relativ preisgünstige Erwerbsmöglichkeit bei einem großen Händler in Finnland auf, der das mittlerweile nicht mehr produzierte Messer offensichtlich abverkauft – also habe ich zugeschlagen. Hier meine Eindrücke von dem Edelpuukko….

Das Spyderco ist ein mittelgroßes Puukko und verfügt über eine 8,4 cm lange Scandi Null Klinge mit rhombischen Querschnitt aus pulvermetallurgischem CPM S30V Stahl. Die max. Klingenstärke von 4,9 mm zeigt unten auf dem Foto der rote Pfeil.

Die max. Klingenhöhe beträgt 21 mm. Dieses Maß ist gemessen an der Passung aus Messing. Die Klinge selbst weiß mehr als zu begeistern und ist absolut perfekt ausgeführt.

Der Griff aus hellbraunem G10 ist in Längsrichtung texturiert. Dadurch ist er sehr griffig, und das Messer liegt rutschfest in der Hand. Das ist bei einem Messer ohne Fingerguard auch nicht ganz unwichtig. Die Klinge ist rasiermesserscharf ausgeschliffen. Feinste Kurvenschnitte in Papier sind nahezu ohne Widerstand möglich. Ich freue mich auf den Einsatz beim Spanen von Holz….

Der Griff selbst ist 11,4 cm lang und bietet recht viel Volumen. Dadurch passt er auch gut für größere Hände bzw. lange Finger. Er weist die klassische Puukko Tropfenform auf, ist für mein Empfinden an der Unterseite aber etwas  zu dünn auslaufend ausgefallen, so dass der Griff beim kräftigen Zupacken spürbar in die Fingergelenke drückt. Grundsätzlich liegt er aber sehr angenehm in der Hand und weist eine gute Haptik auf. Dank G10 bringt das Messer mit exakt 137 gramm auch etwas mehr Gewicht auf die Waage.  Ich persönlich mag einfach keine „Feder“ als Messer in der Hand….

Das Messer in der Seitenansicht:

Das Spyderco Puukko ist in sich sehr stimmig und vor allem extrem hochwertig gearbeitet. Ein echter Eyecatcher ist das Messer allerdings nicht.

Abschließend noch die Scheide, und da bin nun auch bei einem wirklich enormen Kritikpunkt. Bei einem Messer, das dem Endkunden mit offiziell über 300 Euro offeriert wird, kann man nur mit dem Kopf schütteln, was einem da „präsentiert“ wird. Eine solche Scheide liegt im Regelfall einem Billigmesser für 20 Euro bei. Ich denke, die Bilder sprechen für sich:

Am Ende muss jeder selber entscheiden, ob auch ein Angebot mit deutlich unter 200 Euro einen Kauf wert ist. In jedem Fall erhält man ein  Puukko in fantastischer Qualität, kommt aber nicht um eine solide Custom Scheide herum.