Ring aus Holz drechseln – Fingerring aus stabilisierter Maserbirke

Einen Ring aus Holz zu drechseln ist relativ einfach zu bewerkstelligen, allerdings besteht bei Fingerringen die nur aus Holz bestehen immer die Gefahr des Brechens. Ein Ring aus Holz muss also grundsätzlich über eine verhältnismäßig starke Wandung verfügen, was rein optisch zumeist für Männerhände recht unschön wirkt und zudem beim Tragen stört.

Mittlerweile gibt es aber auch für Ringe Bausätze, welche es ermöglichen sehr flache bzw.  dünn-wandige und daneben sehr elegante Exemplare anzufertigen.

Ähnlich wie bei der Schreibgeräteherstellung, wo als stabiles Trägermaterial für das zu drechselnde Gehäuse Messinghülsen Verwendung finden, erhält das künftige Schmuckstück einen Metall-Innenring auf dem das Holz gedrechselt wird.

Zudem kann so auch Querholz bzw. sehr empfindliches Material für einen Ring verwendet werden, da es durch den Metallring genug Festigkeit und Stabilität erhält.

Ein solcher Bausatz bzw. Basis Kit sieht so aus:

Er besteht aus dem eigentlichen Innenring sowie zwei kleinen seitlichen Ringen, welche abschließend eingepresst werden und damit einen sauberen und eleganten Abschluss bilden.

Wer es lieber etwas schlichter mag, muss diese Abschlussringe aber nicht zwingend verwenden. Daneben gilt es zu beachten, dass der Hauptring durch die beiden Außenringe insgesamt noch einmal um 2 mm breiter wird.

Die Fertigung an sich:

Ein schönes Stück Holz wird gem. dem äußeren Innenringdurchmesser mit einem etwas größeren Bohrer ein Stück durchbohrt. Zum Spannen nutze ich ein Pen Blank Futter. Beim Bohren ist unbedingt auf eine niedrige Geschwindigkeit zu achten. Der Bohrer muss langsam schneiden/ arbeiten können und wird behutsam eingeführt. Bei einer recht kurzen Bohrung für nur einen Ring muss der Bohrer zwischendurch nicht herausgefahren werden, da die Späne noch gut nach außen abtransportiert werden.

Beim Herausfahren des starren Bohrfutters samt des Bohrers ist aber auch hier am Ende dennoch Vorsicht geboten. Bei tieferen Bohrungen löse ich den gesamten Reitstock und ziehe den Bohrer am Futter samt Reitstock vorsichtig wieder heraus. Insbesondere bei tieferen Bohrungen besteht immer die Gefahr, dass sich der Bohrer verklemmt und bei unachtsamen bzw. zu schnellem Zurückfahren des Bohrers, das gesamte Futter samt Konus aus dem Reitstock wandert. Das kann zu bösen Verletzungen führen.

Bei sehr hartem Material wie dieser stabilisierten Maserbirke, sollte man den Kantel wie bereits schon oben zu sehen ist, vor dem Bohren bzw. insbesondere vor dem Drechseln des Ringes bereits runden und wegen der stark wirkenden Kräfte nicht erst auf dem kleinen Spanndorn rund schruppen.

Danach wird eine Ringscheibe mit etwas Übermaß abgeschnitten. Ein kleiner Schiebeschlitten mit Anschlag verhindert, dass das Rundholz vom Bandsägeblatt nach hinten gezogen wird.

Nun wird der Metallring eingeklebt (die geschliffene linke Seite dabei bereits bündig mit dem Ring). Zum Einkleben nutze ich ein konisches Rundholz, das ansonsten seinen Dienst beim Finish von Lederscheiden seinen Dienst tut.

Beim Einkleben darauf achten, dass kein Kleber in den inneren Metallring gelangt. Falls das dennoch passieren sollte, muss der Kleber sofort mit Isopropylalkohol entfernt werden.

Nun kann der Ring aufgespannt werden. Besonders praktisch zum Einspannen und Bearbeiten ist diese spezielle Vorrichtung:

Durch leichtes Anziehen der Schraube klemmt der Ring auf dem Futter fest, und kann dann bearbeitet bzw. fliegend gedrechselt werden. Der linke Rand des Spannfutters dient gleichzeitig als Orientierung, wie viel Material zu den Kanten hin abgetragen werden muss. Die Funktion ist hier identisch wie bei der Verwendung von Distanzhülsen (Bushings) beim Drechseln von Stiften – der Randdurchmesser entspricht genau dem der beiliegenden Außenringe.

Man kann sich für diese Arbeit natürlich auch ein Hilfsfutter aus Holz selber fertigen.

Mit dem Abstecher wird nun das rechts noch überstehende Material sauber entfernt und mit dem Innenring bündig abgedreht und feingeschliffen.

Gut zu erkennen: ein klein wenig Material muss noch abgenommen werden….
Jetzt folgt die Formgebung des Ringes mit dem Drechseleisen – flach, leicht gewölbt, profiliert…. so wie man es eben mag.

 

Sobald der Außenring bündig mit dem Futter ist, kann geschliffen werden.

Während dem Schleifen bis 1000er Korn wird der Ring umgedreht, um die Kanten beider Seiten gleichmäßig minimal brechen zu können. Der Polierschliff 1500 bis 12000er Korn erfolgt dann manuell von Hand, in dem ich den Ring auf das konische Rundholz setze.

Abschließend müssen nun noch die beiden Außenringe eingepresst werden. Zusätzlich werden diese mit ein wenig 2K Kleber gesichert.

Fertig ist das Schmuckstück für den Nordmann aus stabilisierter, karelischer Maserbirke….

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PUHALA

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