Puukko Bau im Detail: die Formgebung des Griffes

Grundsätzlich ist die Griffform eines Puukko klar definiert, aber bei meinem neuesten Modell bin ich einfach mal davon abgewichen.

Traditionell zeigt ein Puukko eine tropfenförmige bis ovale Form des Griffes, und die übrigen Griffkonturen sind relativ schlicht gehalten. Außerdem gibt es eigentlich nie einen Guard bzw. Fingerschutz. Bei meinem Messer habe ich diese Regeln mehr oder weniger gebrochen bzw. mit anderen nordischen Elementen kombiniert. So ist – wie ich finde – am Ende dann doch ein typisch nordisches Messer mit hohem Gebrauchswert und interessanter Optik geworden.

Bei der Längsformung habe ich den Griff auf 2/3 nach hinten hin verbreitert und das hintere Drittel wieder leicht nach innen bis zum Backbolster geführt. Das Messer liegt damit beim kräftigen Schnitzen satt und bequem in der Mittelhand, lässt sich aber durch die schlanke Form vorn auch besonders gut bei feineren Arbeiten führen.

Der Backbolster ist wie bei einem Leuku großzügig und auch nach oben hin ausgeformt. Zum einen mag ich die Optik, zum anderen lässt sich ein Messer mit so einem Endstück besonders bequem mit Zeige- und Mittelfinger bzw. mit Daumen und Zeigefinger aus der Scheide ziehen.

Vorne hat dann auch mein Messer die Tropfenform, allerdings habe ich hier eine kleine Zeigefingermulde in das Material eingearbeitet. Diese bietet zwar nur bedingten Schutz gegen ein Abrutschen in die Klinge, das Messer liegt aber dadurch beim Schälgriff klasse in der Hand.

Der Griff aus stabilisierter Maserbirke wurde samt aller Spacer und der Bolster aus Neusiliber komplett poliert.

Abschließend noch die Seitenoptik mit dem hechtförmigen Griff.

Material für den Puukko Bau ist bei uns im Shop erhältlich: PUHALA