Outdoormesser und Outdoor Equipment im Test: der Solo Stove Holzvergaser/ Holzkocher

Wer bei Outdoor Aktivitäten nicht nur belegte Brote futtern möchte, der kommt um einen Kocher eigentlich nicht herum. Also habe ich mich einmal im Netz umgesehen, und bin auf den Solo Stove Holzvergaser gestoßen. Da es über diesen Holzkocher einige sehr gute und vor allem überzeugende Videos gibt, habe ich mich letztendlich zum Kauf entschlossen. Heute stelle ich das gute Stück einmal näher vor.

Hier erst einmal die wesentlichen Merkmale:
Praktische Größe, hochwertige Verarbeitung aus Edelstahl und sehr leicht. Inkl. Topf mit Deckel wiegt der Kocher gerade einmal 472 gramm – inkl. beider Aufbewahrungstaschen sind es dann ganz komplett 504 gramm.

Zum Transport lässt sich der Brenner in den Topf stellen, so dass man ausgesprochen wenig Platz im Rucksack benötigt. Brenner und Topf werden jeweils getrennt voneinander in einer Tasche aufbewahrt. Der Brenner sitzt dadurch stramm und klapperfrei im Topf.

So wird der Kocher geliefert:

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Hier steckt Alles drin – Topf samt Kocher:

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Dann kommt erst einmal der Topf mit den ausklappbaren Griffen zum Vorschein:

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Der Topf ohne Deckel – innenliegend befindet sich dann der eigentliche Brenner in einer weiteren Tasche:

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und so sieht dann alles komplett aufgebaut aus. Unten der eigentliche Kocher mit eingesetztem Aufsatz und Topf:

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Blick nach unten in den Kocher – auf diesem Rost wird das kleine Feuer entfacht:

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Der Solo Stove wird mit kleinen Holzstücken betrieben – man muss also keine speziellen Brennmaterialien mitführen, kann aber alternativ einen kleinen Spiritusbrenner auf den Rost setzen. Er ist sehr sicher, da der Brennraum geschlossen ist, und die Verbrennung ist sehr effizient, so dass nur wenig Holzmaterial benötigt wird. Da er als Holzvergaser mit sekundärer Verbrennung konstruiert ist, ist zudem die Rauchentwicklung minimal.

Die Ingebrauchnahme ist sehr einfach.
Auspacken, auf eine ebene Fläche stellen und den Aufsatz für den Topf zunächst weglassen. Dann wird ein kleines Feuerchen auf dem Rost entfacht. Nun qualmt es erst einmal wie gewöhnlich…. aber nur minimal und eben nicht lange.

Kleine – wirklich kleine !!! Holzstückchen muss man sich natürlich im Vorfeld bereitlegen ( ca. 8 cm lang)

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Sobald das Minifeuer ganz ordentlich brennt, kann man den Topfaufsatz einsetzen, und das Feuer nach und nach aber dezent mit etwas dickeren Holzstücken füttern.

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Jetzt kann auch schon der Topf samt Deckel drauf ( hier mit 500 ml Wasser gefüllt)….
Der Topf besitzt übrigens eine innen eingeprägte Skalierung in 200 ml Schritten.

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Vorn befindet sich eine Aussparung im Aufsatz, so dass man laufend weitere Holzstückchen nachwerfen kann, ohne den Topf herunternehmen zu müssen. Viel Holz benötigt man nicht.

Nun darauf achten, dass nicht zu viel Holz eingeworfen wird, und keine Flamme „nach draußen“ direkt auf die ausgeklappten Griffe trifft. Das Feuer kann ohnehin sehr klein gehalten werden, denn die Effizienz ist enorm – weniger ist also mehr.
Daneben sollte man auch den Griff vom Topfdeckel nach oben stellen !

Neben der eigentlichen Holzverbrennung, erfolgt beim Solo Stove eine Verbrennung der Holzgase – dadurch hat man im Hauptbetrieb zum Einen praktisch keinerlei Rauchentwicklung und zum Anderen eine ausgezeichnete und maximierte Feuerausbeute.

Gut zu erkennen ist, wie die sekundäre Verbrennung der Gase als zusätzliches Feuer wie bei einem Gasbrenner konzentriert aus den innenliegenden runden Öffnungen tritt.

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Fertig: nach nicht einmal 4 min. kocht das Wasser bereits, und zum Aufheizen wurde nur eine wirklich winzige Menge an Holz benötigt.
Nach dem Kochen lässt man das Holz einfach ausbrennen – das geht sehr schnell und auch der Kocher selbst kühlt schnell wieder ab.
Auch während des Betriebes erhitzt sich die Außenwand des Kochers nicht extrem, da sich der Brennraum innen hinter der 2. Wand befindet.
Anfassen sollte man ihn während des Betriebes aber trotzdem nicht.

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Zurück bleibt ein winzige Menge an Asche unter dem Rost. Diese wird nach kompletter Abkühlung einfach ausgekippt.

Der Topf ist natürlich von den Flammen unheimlich verrußt – insbesondere am Boden hat sich der Ruß extrem festgesetzt. Einfach mit Wasser bzw. Sand und einem Stahlschwamm oder provisorisch mit etwas Moos abwischen – alles wieder ineinanderstecken und weiter geht´s auf der Tour….

Fazit:
Der Solo Stove hat mich begeistert. Er funktioniert einwandfrei und ist sehr effektiv. Daneben findet man jederzeit und überall das benötigte Brennmaterial Holz und ist dadurch völlig unabhängig.
Die Verarbeitung ist wirklich sehr gut. Einzig der Aufsatz für den Topf ist innen etwas scharfkantig.
Daneben ist auch der Kaufpreis von knapp 110 Euro für Brenner samt Topf leider nicht gerade günstig. Hier muss dann jeder selber entscheiden, ob sich der Kauf lohnt.