Outdoormesser: Review Pohl Force Prepper One Outdoor

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Das Prepper One Outdoor aus dem Hause Pohl Force ist schon einige Zeit auf dem Markt, und es existieren bereits zahlreiche Tests und Reviews. Trotzdem darf das Messer in der Outdoor Version auch in unserem Blog nicht fehlen, sodass ich es selber einmal genau „unter die Lupe“ genommen habe.

Wie immer ist es schwierig die Wertigkeit und Funktionalität eines Produktes anhand von Texten, Bildern oder auch Videos zu vermitteln. So muss man auch das Prepper One im Grunde selber einmal in die Hand genommen haben, um es wirklich und vor allem für sich selbst beurteilen zu können. Trotzdem denke ich, mit meinem Bericht einmal mehr eine Entscheidungshilfe zu geben, ob und für wen es sich lohnt die knapp 300 Euro für dieses Messer auszugeben.

Los geht´s….

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Nach dem Auspacken kommt ein satter „Brummer“ zum Vorschein. Das Prepper One ist definitiv kein dezenter Bushcrafter, sondern ein kräftiges – ausgewachsenes Outdoormesser.

Der erste rein optische Eindruck ist hervorragend. Dies gilt auch für die Kydex Scheide. Das Messer wird bekannter Weise von der Fa. Lionsteel in Italien gefertigt, und hier hatte ich auch nichts Anderes in Sachen Qualität erwartet. Die Verarbeitung begeistert und ist schlichtweg erstklassig!

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Der Griff:

Pohl Force Griffe sind eigentlich immer großzügig und satt geformt. Auch das Prepper One bietet mit einer Grifflänge von 13 cm, einer Breite von 3,1 cm und einer mittigen Griffstärke von 2,25 cm viel Fläche.

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Nachfolgend einmal im direkten Vergleich mit einem Enzo Trapper 115, bei dessen Griff mir persönlich bei durchschnittlicher Handgröße viel zu wenig Platz zur Verfügung steht.

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Nun noch eine Gegenüberstellung mit einem „Rampless“ Bark River Bravo I. Auch dieses Messer verfügt über einen recht üppigen und ähnlich geformten Griff, kommt aber insgesamt nicht ganz an die gesamten Ausmaße des Prepper One heran.

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und zum Schluss noch ein Vergleich mit dem Lionsteel M3:

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Ob der Griff kurz oder lang bzw. schlank oder voluminös sein muss, ist natürlich immer eine Sache der Handbreite aber auch der Fingerlänge. Ein Outdoormesser muss immer fest umgriffen werden können und satt in der Hand liegen. Bei einem insgesamt schmalen Griff – also bei geringer Breite und wenig Stärke ist das nur bei wirklich kurzen Fingern gewährleistet. Wer eine sehr breite Hand besitzt benötigt daneben ordentlich Grifflänge. Warum also nicht mit „normalen“ Händen einen großen Griff nutzen? Großartig nachteilig ist das sicherlich nicht, wohl aber zu kleine Griffe bei großen Händen.

Insgesamt gesehen liegt der mit Fräsungen versehene – strukturierte G10 Griff vom Prepper One jedenfalls klasse in der Hand, und er ist sicher auch für die meisten Hände nicht überdimensioniert.

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Was mir besonders gut gefällt, sind die hinteren Aussparungen in den Griffschalen, so dass ein Fangriemen bzw. Lanyard rückseitig ausgeführt werden kann und beim Zugreifen nicht stört. Ich selber nutze so etwas nicht, aber wer so etwas anbringen möchte findet hier eine optimale Lösung vor.

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Die Griffschalen sind angeschraubt und abnehmbar. Sie sind innen etwas ausgenommen, so dass in Verbindung mit der großen Aussparung im Erl ein kleiner aber durchaus brauchbarer Stauraum vorhanden ist. Ob man diesen füllen will bleibt jedem selbst überlassen. Erfahrungsgemäß nutzen hier viele sicher eher eine gesonderte kleine Tasche, die seitens Pohl Force übrigens in Planung ist, und dann direkt an der Kydexscheide angebracht werden kann.

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Zum Entfernen der Schalen liegt der auf dem Bild unterhalb der Klinge gezeigte Spezialschlüssel bei – es tut aber auch eine 10 Cent Münze.

Die Klinge:

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Aus Nioloxstahl gefertigt, bietet die 5,7 mm starke, 3,35 cm breite und 11,7 cm lange Flachschliffklinge beste Voraussetzungen für härtere Beanspruchung, und das zudem recht hohe Eigengewicht von 276 Gramm ermöglicht auch solide Hackarbeiten.

Der hochgezogene Flachschliff samt einer ordentlichen Klingenbreite machen das ab Werk sehr scharf geschliffene Messer aber auch sehr schneidfreudig, so dass z.B. auch klassische Schnitzarbeiten trotz der enormen Klingenstärke sehr gut von der Hand gehen. Die Schnittflächen sind sehr glatt, die Klinge gleitet beinahe so leicht in das Holz wie man es von einem Scandi Anschliff gewohnt ist.

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Der Anschliff der am Rücken leicht abgerundeten Klinge ist perfekt….

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Auch eine Tomate lässt sich in ganz feine Scheiben schneiden. Einen Apfel „häuten“ im Schälgriff und feine Scheiben abtrennen funktioniert ebenfalls tadellos.

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Die Daumenrampe ist nicht zu aggressiv ausgeführt und bietet guten Halt.

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Die Kydex Scheide:

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Sie ist sehr präzise gefertigt, und das Messer rastet absolut passgenau und klapperfrei in ihr ein. Via Tek-Lok kann die Scheide vielseitig befestigt werden. Sie sitzt allerdings recht hoch am Gürtel.

Am Klingeneingang bzw. im ganzen Schacht ist ein Samtschutz eingeklebt. Mein einziger Kritikpunkt, denn hier sammelt sich schnell feiner Schmutz, und es hält sich auch Feuchtigkeit. Es empfiehlt sich daher, eine verschmutzte bzw. nasse Klinge vorab sauber bzw. trocken zu wischen. Über ein Loch an der Rückseite kann aber ggf. eingedrungenes Wasser abfließen.

Am Scheidenmund ist die Kydex leicht nach außen gewölbt – durch Druck mit dem Daumen auf diese Verbreiterung lässt sich das Messer sehr bequem ziehen.

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Der Preis:

So einige negative Äußerungen liest man hierzu im Netz. Natürlich sind 300 Euro nicht einmal so eben ausgegeben und natürlich sind 300 Euro auch sehr viel Geld. Man darf aber nicht vergessen, dass es sich hier um ein Serienprodukt von herausragender Güte handelt, an dem der Hersteller sowie der Handel noch etwas verdienen müssen.

Daneben sind Äußerungen von Personen, die behaupten, dass man sich für 300 Euro ein hervorragendes Custom Messer Komplettpaket – also Messer inkl. Scheide – fertigen lassen könne mehr als fragwürdig. Zunächst einmal wird ein Messermacher kaum diese High End Qualität erreichen können, und selbst wenn sein Messer ausgezeichnet gearbeitet ist, wird ein solcher zu diesem Preis bestenfalls das reine Messer liefern können. Andernfalls hat er im Schnellverfahren lediglich ein 08/15 Produkt samt schlechter Scheide hergestellt, oder aber er arbeitet für einen Stundenlohn von weit unter 5 Euro.

Abschließend zurück zum Pohl Force Prepper One….

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Das Messer hat mich schon beim Auspacken und erst recht beim kleinen Testen begeistert. Es vereint eigentlich genau das, was Mann/man sich wünscht. Ein sehr robustes und kräftiges Messer, welches dennoch auch für feinere Schneidarbeiten sehr gut brauchbar ist.

Das Design des Prepper One ist eher schlicht aber ansprechend. Natürlich gibt es interessantere Designmöglichkeiten, aber haben solche Messer dann auch noch eine gute Funktionalität? Griff- und Klingenform des Prepper One sind jedenfalls bestens gewählt.

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Das Messer ist groß, aber kein rüder „Survival-Klopper“. Als EDC Messer ist es auf Grund des hohen Gewichtes eher nicht geeignet, sehr wohl aber als vielseitiges und verlässliches Werkzeug für echte Outdoorenthusiasten.

Das Messer (Neuware mit anderer Seriennummer/ nicht dieses Reviewmesser) ist bei uns im Online Shop erhältlich: PUHALA.