Outdoormesser im Test: Wildsteer Wild Tactic – ein scharfes Brecheisen nicht nur für den harten Outdooreinsatz

Basierend auf dem klassischen Wildsteer Messer mit Ledergriff, bietet die gleichnamige Firma aus Frankreich unter dem Namen Wild Tactic das bauartidentische Modell mit einem voluminöseren Griff aus rutschfestem Kraton inkl. Fangriemenloch und anderen Scheiden an.

15.01.2012 – leider keine Sonne wie angesagt, aber ich habe nun trotzdem mal einige Bilder zum Wildsteer Wild Tactic gemacht.


Das aus einem Stück geschmiedete Messer verfügt über eine am Ansatz extrem starke Klinge aus 12C26 Stahl mit einer Härte von 59 HRC. Auch die kleine Meißelklinge an der Spitze ist konstruktionsbedingt enorm belastbar. Wer aber nun meint, dass man mit diesem Messer nur brachiale Arbeiten verrichten kann, der irrt. Vorgestellt hatte ich hier im Blog bereits das Wildsteer, daher führe ich hier nicht noch einmal sämtliche Daten auf. Das Wild Tactic ist mit 310 gramm reinem Messergewicht lediglich etwas schwerer. Alle übrigen Daten sind mit dem Wildsteer identisch.
Viele wünschen sich ein ganz besonders vielseitiges Messer. Natürlich sind hier immer Grenzen gesetzt, denn ein leichtes, filigranes und sehr fein ausgeschliffenes Schnitzmesser mit kurzer und dünner Klinge kann man kaum zum Hacken oder Holz spalten einsetzen und ein Machetengroßes Messer eignet sich nicht unbedingt für feine Schnitzarbeiten. Also begeben sich viele auf die Suche nach einem guten Allrounder – diese Suche ist aber nicht ganz einfach. Das Wild Tactic erfüllt hier sicher besonders viele Wünsche auf einmal. Nun einige Eindrücke von diesem wirklich erstklassigen Messer.


Sägen mit einem eingesetzten Stichsägeblatt und aufgesetztem Klingenschutz. Gerade in altem und trockenem Holz ein großer Vorteil gegenüber dem Hacken.

Auch feinere Arbeiten lassen sich mit dem Wild Tactic noch prima erledigen. Obwohl Griff und Klingenstärke sehr üppig ausfallen, lässt sich mit dem Messer auch noch ein Apfel schälen. So fein wie mit einem Mora 746 geht das natürlich nicht, aber es geht. Auch andere – feinere Arbeiten stellen das Messer Dank dem Klingenstahl, der unterschiedlich geschliffenen Klingenabschnitte und des guten Handlings vor keine Probleme. Daneben besitzt auch dieses Messer eine massive Klaue vor dem Griff, welche einen speziellen Einsatz aufnehmen kann, der u.a. als Drahtschneider ( Wire Cutter) dient, aber auch ein Stichsägeblatt oder einen Schrauberbit etc. aufnehmen kann. Das exzellente Messer wird so zu einem Multitool der ganz besonderen Art.


Das Modell ist in zwei verschiedenen Scheidentypen zu haben. Eine absolut passgenaue Spec Ops Cordura Scheide mit Vortasche, oder eine Special Forces Kunststoffscheide und optionaler Vortasche. Beide Scheiden hängen tief und besitzen einen Beinriemen ( SF Version=Gurt und Cordura Version =Paracord). Die Special Forces Kunststoffscheide ist Tek Lok kompatibel und sitzt bei Verwendung eines solchen höher. Der Tek Lok kann beidseitig, aber nur längs befestigt werden. Die Vortasche mit den beiden Klettverschlüssen muss dann allerdings weiter nach unten gesetzt werden.


Hier mit abgenommener Gürtelhalterung und Beinriemen in der Special Forces Scheide und angebautem Tek Lok.

Die Vortaschen bieten viel Stauraum – z.B. für einen Feuerstahl oder den vielseitigen Wire Cutter. Das Modell mit der Special Forces Scheide ist preiswerter und wird bereits inkl. Wire Cutter / Beißzange geliefert. Diese Kunststoffscheide ist sehr gut gearbeitet, allerdings sitzt das Messer in ihr nicht ganz klapperfrei.
Für das Messer sind auch harte Aufgaben kein Problem. Selbst nach ausgiebigem Batoning in trockenem Buchenholz zeigt sich die Klinge unbeeindruckt, und auch die Schärfe ist danach noch immer sensationell.


Die Klinge hat am Ansatz eine enorme Stärke von 12 mm. Danach verjüngt sie sich, bringt es aber durchschnittlich auf 5 mm Stärke bis ganz kurz vor der Spitze. Diese ist durch die Formgebung und Stärke praktisch nicht bruchgefährdet. Das gesamte Messer kann sogar als Steighilfe eingeschlagen werden.
Der Runderlgriff ist am Ende als große Platte geschmiedet. Ähnlich wie mit einem Stechbeitel, kann man das Messer durch Aufschlagen mit einem Holzstück dadurch als Meißel einsetzen.

Das Wildsteer und auch das Wild Tactic sind eine erstklassige Entwicklung und meiner Meinung nach praktisch außer Konkurrenz. Wer es vom Griff her etwas üppiger mag und große Hände hat, der ist mit dem Wild Tactic besser bedient. Die Lederwicklung des normalen Wildsteers hält den runden Griff recht schlank. Wer aber auf Nostalgie pur steht, der wird wohl mit diesem Exemplar samt schöner Lederscheide glücklich. Perfekt sind sie auf jeden Fall alle Beide.
Das Wild Tactic und andere Wildsteermodelle sind bei uns erhältlich: PUHALA