Outdoormesser im Test: Schrade Extreme Survival SCHF2 – Part 1

Heute werde ich mal wieder ein Outdoormesser vorstellen und zwar das Schrade Extreme Survival SCHF2. Das Besondere an diesem Outdoormesser ist die Vollintegralbauweise – es ist aus einem Stück Rundstahl gefertigt. Als Stahl wird nicht rostfreier High Carbon Stahl 1070 angegeben.
Aber nun zum Messer und seiner Scheide:
So kommt es daher: in einer vernünftig starken Pappbox mit Deckel und einem Klingenschutz aus Pappe. Herstellungsland ist Taiwan. Der erste Eindruck: das Messer ist sehr sauber verarbeitet, die Scheide ist sehr einfach gehalten.
Fange ich also zunächst einmal mit dem recht Negativen und somit der Scheide an.
Die Scheide besitzt eine kleine Vortasche und ist aus einfachem Nylon gefertigt. Sie hinterlässt auf Anhieb keinen wertigen Eindruck. Die angebrachte Schnur ist offensichtlich ein Billigschnürsenkel und wurde sofort entsorgt. Auch am Schraubende des Messergriffes befindet sich so ein Teil – ab damit.
In die Nylonscheide wurde ein Kunststoffeinsatz eingelassen. Dieser ist allerdings etwas zu groß, so dass das Messer ziemlich lose in der Scheide sitzt und nach vorn/ hinten und auch seitlich in der Scheide etwas herum klappert.
Wer nun denkt, dass man durch Schließen des Griffriemens dem ein Ende bereiten könnte wird enttäuscht. Der Druckknopf müsste mind. um eine Breite versetzt angebracht sein.
Fazit: bei der Scheide wurde leider wieder einmal gespart. Der Griffriemen verhindert zwar das Herausfallen des Messers, sorgt aber nicht dafür, dass das Messer zumindest ein bisschen weniger hin- und her klappert. ……………und: gerade im Outdoorbereich möchte man nicht ständig den Riemen schließen müssen – ein solches Messer muss auch ohne diese Vorrichtung einigermaßen sicher von allein in der Scheide sitzen. Die Scheide sollte man also am besten komplett ersetzen.
Nun genug gemeckert – kommen wir zum insgesamt 32 cm langen Messer und das überzeugt auf ganzer Linie:
Das Messer selbst wartet mit einer sehr guten Verarbeitung auf und hat keine scharfen Kanten. Obwohl das Messer einen runden Metallgriff ( innen hohl) besitzt, liegt es dank der fein geriffelten Griffstruktur optimal und sicher in der Hand – der Durchmesser des Griffes beträgt satte 3 cm.
Das gesamte Messer ist grau beschichtet. Diese Beschichtung scheint zunächst nicht sehr stark zu sein und fehlt schon vor Gebrauch an einigen wenigen kleinen Stellen.
Die Klinge hat einen ganz leichten Hohlschliff, eine Länge von 18,7 cm und ist am Ansatz auf 6,5 cm Länge komplett 5,5 mm stark. Dann beginnt der Anschliff, der ein wenig an ein Bowiemesser erinnert. Die Klingenbreite beträgt 3 cm.
Ab Werk ist die Klingenschärfe für ein Outdoormesser okay.
Neben dem normalen Anschliff, verfügt die Klinge noch über einen ca. 4 cm langen Sägeschliff.
Kommen wir zum Griff:
Wie schon genannt, ist der Griff innen hohl und beherbergt einen Bithalter mit 10 Bits und einen Splint, der in das Schraubeende gesteckt wird, um mehr Kraft beim Schrauben übertragen zu können. Das Schraubgewinde greift gut, ist aber vorsichtig einzudrehen, um das Gewinde nicht zu verkanten bzw. zu beschädigen – ein klein wenig Fett auf das Gewinde kann nicht schaden. Abgedichtet wird der Griff mit einem O-Ring.
Das die Bits sicherlich nicht von herausragender Qualität sein dürften, setze ich einfach mal voraus. Der Bit-Halter sitzt auf jeden Fall sehr fest im Griff und klappert nicht. Andererseits fragt man sich natürlich, was man im Wald schrauben soll !? Aber man kann den Hohlgriff eben auch anderweitig bestücken – z.B. mit Streichhölzern oder etwas Watte/ einen Tampon für einen Feuerstarter.
Wie auch immer führt das Entfernen des Bithalters natürlich zu einer Veränderung des Gesamtgewichtes und auch der Gewichtsverteilung.
Komplett mit Bithalter und Co. wiegt das Messer 505 gramm und ist grifflastig. Entfernt man den Bithalter samt Bits, reduziert sich das Gewicht auf 420 gramm, wobei das Messer nun klingenlastig wird. Dieses ist besonders beim Hacken ein Vorteil.
Bislang hat das Messer – trotz schlechter Scheide – einen sehr guten Eindruck bei mir hinterlassen. Im nächsten Teil geht es dann um den praktischen Einsatz. Dann wird sich zeigen, ob dieses Vollintegralmesser eine echte Alternative ist.