Outdoormesser im Test: Review Bark River Bravo 1

In der Klasse bis 12 cm Klingenlänge sind viele auf der Suche nach einem möglichst vielseitigen und robusten Outdoormesser, mit dem man sowohl feine wie auch grobe Arbeiten gleichsam gut verrichten kann. Ein echter Tipp ist das Bark River Bravo 1, welches ich heute vorstelle.

Gesucht wird eigentlich immer das sogenannte “beste Outdoormesser“. Eine schwierige und letztendlich auch individuelle Angelegenheit. Das in den USA produzierte Survivalmesser Bravo 1 ist sicher einer der wenigen Kandidaten, welcher der Idealvorstellung von einem solchen – vor allem legal führbaren Messer – am Nächsten kommt. Es gibt das Messer mit diversen Griffbeschalungen – hier die Version in Green Canvas Micarta / Red Liner.

Zunächst die Daten:

Länge gesamt: 23,2 cm
Grifflänge: 12,2 cm
Klingenstärke: 5,5 mm
Klingenlänge: 11 cm (griffmittig gemessen)
Klingenbreite 2,9 cm
Schneidlänge: 10,6 cm
Gewicht Messer: 221 gramm
Stahl: A2 ( Härte 59-60 HRC) – nicht rostfrei / Chromanteil des Stahls 4,75 – 5,5 %)
Klingenschliff: ballig

Feine Arbeiten und 5,5 mm Klingenstärke passen eigentlich nicht zusammen. Sehr wohl aber beim Bravo 1, da das Messer über einen wahrlich rasiermesserscharfen – balligen bzw. konvexen Schliff verfügt. So lassen sich einerseits mit dem Messer feinste Tomatenscheiben abschneiden und andererseits auch derbe Aufgaben, wie etwa Batoning durchführen. Der feinkörnige A2 Stahl ist äußerst zäh und schnitthaltig und neigt nicht zu Klingenausbrüchen. Regelmäßig nach Gebrauch auf einem Leder abgezogen, lässt sich die enorme Schärfe immer wieder leicht herstellen.
Das Messer hat mit knapp 220 gramm und einer Länge von 23 cm ein sehr gutes Handling. Das angenehme Gewicht wird durch die Skelettbauweise des Erls erreicht, welcher in voller Stärke durchgeht. Der Schwerpunkt liegt exakt auf dem Zeigefinger, und der großzügige Griff bietet ausreichend Platz für die Hand. Wer es nicht ganz so groß mag, für den hat Bark River das etwas kleinere Modell Gunny parat.

Mit einem Chromanteil von ca. 5 % ist das Messer als nicht rostfrei einzustufen, aber auch nicht extrem rostanfällig. Nach dem Gebrauch sollte man es zumindest nicht nass in die Scheide stecken, reinigen und bei Nichtgebrauch mit einer ganz dünnen Schicht lebensmitteltauglichem Öl benetzen. Ich nutze hierzu das Multi Tool Öl von Victorinox: ein kleines Fläschchen, gut dosierbar und äußerst ergiebig.

Fazit:

Mittlerweile habe ich endlich neben meinem Mora 746 ein weiteres Messer gefunden, was mir zum Einen optisch und von der Verarbeitung her ganz besonders gut gefällt und eben sehr vielseitig im Outdoorbereich genutzt werden kann. Auch in der Outdoorküche macht das Messer trotz der gewaltigen Klingenstärke eine gute Figur.
Das Mora 746 und das nun vorgestellte Bark River Bravo 1 spielen sicherlich nicht in der gleichen Liga – weder optisch noch preislich, und auch in Sachen Klingenstärke kann das Mora natürlich nicht mithalten. Trotzdem kann man mit beiden Modellen sehr fein aber eben auch grob arbeiten, und beide können legal geführt werden.

Zum Klingenschliff:

Der ballige Schliff des Messers hatte mich zunächst davon abgehalten das Messer zu erwerben. Umso mehr war ich erstaunt, wie einfach man das Messer mit dem Sharpening Compound Kit von Bark River wieder rasiermesserscharf bekommt. In einem der nächsten Berichte zeige ich dann, wie einfach es geht.
Das Messer selbst habe ich ohne Scheide erworben. Regulär liegt dem Messer eine gut verarbeitete Lederscheide bei.
Was man sich so an individuellen Exemplaren für das erstklassige Messer fertigen lassen kann, zeit Siegfried Raschke in seinem Blog: Lederundmehr
Einige Griffvarianten bieten wir auch bei uns im shop: PUHALA