Outdoormesser: Griffschalen für das Cold Steel Mackinac Hunter selber bauen

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Das Mackinac Hunter von Cold Steel hatte ich bereits ausführlich vorgestellt. Heute einmal als Anregung ein kleines Bastelprojekt, das auch von relativ Ungeübten bewerkstelligt werden kann. Ein Paar neue Griffschalen sollen dran….

Zunächst entfernt man die Schalen aus Hornimitat sowie den Gürtelclip. Diese sind auf jeder Seite mit 2 kleinen TX Schrauben – der Clip mit 3 Schrauben befestigt.

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Gut zu erkennen: bei Cold Steel passt einfach alles, und so hat man bei den Schrauben auch nicht den Sicherungslack vergessen.

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Nun überträgt man mit einem feinen Bleistift die Konturen einer Griffschale auf ein Blatt Papier und kennzeichnet ganz exakt die beiden Schraubenlöcher. Danach schneidet man sich 2 Brettchen für das neue Schalenholz grob zurecht und klebt das Papiermuster auf eine Schale auf. Mangels schönem Griffholz habe ich eine Buchenholzleiste mit 5mm Stärke genommen. Die schlichte Maserung und der doch recht langweilige Farbton von Buche können natürlich nicht mit anderen Holzarten mithalten.

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Nun befestigt man die beiden Buchenholzbrettchen auf einer etwas größeren Sperrholzplatte, indem man sie aufnagelt (Nagelspitzen zuvor anschlagen) oder besser man bohrt vor und schraubt sie auf, da die recht knapp bemessene Buchenholzleiste beim Nageln schnell ausplatzt, wie man auf dem Bild auch gut erkennen kann. Hierbei unbedingt darauf achten, dass kein Nagel bzw. keine Schraubenspitze durch das untere Sperrholzbrett hindurchdringt.

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Da nun alles fest fixiert ist, werden als Nächstes die beiden Bohrungen für die Schrauben vorgenommen – 2,5 mm Durchmesser werden benötigt.
Nun geht es an´s Sägen. Gesägt wird genau auf der angezeichneten Linie.
Man kann das mit einer Handlaubsäge machen, aber sauberer und natürlich deutlich einfacher geht es mit einer elektrischen Dekupiersäge.
Meine Hegner ist schon 24 Jahre alt und schnurrt noch wie am ersten Tag. Insgesamt 10 mm Hartholz plus das kleine Pappelholzstück sind für die Hegner absolut kein Problem. Sie schafft bis 40 mm Hartholz – bei absolut winkligem Schnitt.

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Die ausgesägten Griffschalen sind dank Stapelschnitt absolut identisch, werden nun gemeinsam in den Schraubstock eingespannt und beidseitig gleichmäßig geformt bzw. die Kanten gebrochen.

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Zunächst arbeitet man mit einer feinen Raspel und dann mit Schleifpapier. Wichtig ist hierbei, eine harmonische Linie zu finden, und das ist eigentlich die schwierigste Arbeit beim Schalenbau, insbesondere wenn die Schalen etwas dicker ausfallen wie hier. Daneben muss man ständig kontrollieren, dass beide Seiten identisch sind.

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Nach dem „fast-Fertig-Schliff“ werden noch die Bohrlöcher gesenkt. Als Maß dient der verwendete Schraubenkopfdurchmesser.
Wichtig: nicht zu tief senken, damit noch genug Holzmaterial stehen bleibt. Daneben einen scharfen Bohrer verwenden, damit die Löcher nicht ausfransen.

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Nach vorne hin habe ich stark – nach hinten etwas leichter abgeflacht, weil es einfach gefälliger aussieht. Insgesamt habe ich den Korpus mittig aber recht kräftig gelassen, da mir die Originalschalen einfach zu wenig Masse boten.
Auch oben wurde einiges an Material entfernt, und die Kanten wurden großzügig gerundet. Ein wenig Nacharbeit ist aber noch erforderlich, wie man ganz gut erkennen kann. Jeder noch so kleine Sägefehler fällt auf.

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Am Ende sieht das Ganze nun schon ganz gut aus, wobei die Originalschrauben leider etwas zu kurz sind und somit nicht passen. Das wird nun allerdings das kleinste Problem sein….