Outdoormesser im Test: Batoning mit dem KA-BAR USMC und dem Mora Messer 746

In einem Bericht hier im Blog sind wir schon einmal kurz auf das Batoning mit einem Outdoormesser eingegangen. Nun wollen wir das Ganze noch etwas greifbarer machen, detaillierter beschreiben und mit einigen Bildern verdeutlichen.

Grundsätzliches:

Für das Batoning eignen sich im Grunde alle Messer mit einem durchgehenden Flacherl, einem starken Erl bzw. einer sehr kräftigen und stabilen Erlbefestigung. Daneben muss das Messer eine vernünftige Klingenqualität aufweisen. Zum Zerteilen benötigt man zudem ein Schlagholz.

Je stärker und breiter die Klinge, desto größer ist die Keilwirkung. Breite Klingen können direkt über den Klingenrücken tiefer eingetrieben werden. Die Klingenlänge entscheidet lediglich über den Durchmesser des zu spaltenden Holzes. Sie sollte aber dennoch mind. 10 cm betragen. Selbstverständlich können aber auch kürzere Klingen noch kleinere Stücke spalten.
Das Batoning ist eine sehr starke Belastung für ein Messer, welches ja eigentlich als Schneidwerkzeug konzipiert ist. Dennoch erwarten viele Nutzer ein möglichst vielseitiges und robustes Werkzeug. Daneben soll das Messer auch nicht zu teuer sein, denn nur die Wenigsten werden ein 400 Euro Messer oder eine gar noch teurere Einzelanfertigung wirklich nutzen wollen.
Wir nehmen zum Spalten das KA-BAR USMC Tanto und das wesentlich kleinere Mora 746 Arbeitsmesser. Das KA-BAR schlägt mit knapp 100 Euro zu Buche, das Mora kostet nur knapp ein Achtel vom KA-BAR und liegt bei etwa 13 Euro.

Vom Gesamtkonzept her kann man diese beiden Messer natürlich nicht vergleichen, aber wir wollen hier einfach zeigen, dass ein deutlich kleineres Messer auch beim Holz Spalten durchaus mithalten kann.
Das USMC wird in den USA hergestellt und ist aufgrund der Klingenlänge bestens zum Batoning geeignet. Das gute Stück ist bekannter weise ein ziemlich harter Bursche für Alles. Das Mora 746 aus Schweden ist mit seiner nur 10 cm langen Klinge deutlich kürzer und schmaler, hat es aber ebenfalls „Faustdick hinter den Ohren„. Besonders angenehm ist der sehr große gummierte Griff vom Mora, der einfach perfekt in der Hand liegt – auch bei gröberen Arbeiten ein großer Vorteil gegenüber vielen anderen Messern mit relativ kleinen Klingen.

los geht´s……..

Bei stärkeren Hölzern bzw. kurzen Klingen arbeitet man sich von außen schrittweise nach innen vor und kann so auch mit einer kleineren Klinge stärkere Hölzer zerteilen.
Beim ersten Aufschlagen setzt man die Klinge so an, dass sie weit genug vorn und hinten übersteht – so kann man das Messer am Griff nach unten drücken bzw. hebeln, falls es sich leicht verklemmen sollte ( Bilder beispielhaft/ das Messer hatte sich hier nicht verklemmt). Außerdem wird der Griffansatz bzw. das Parierelement beim Aufschlagen so nicht beschädigt. Auch vorn muss die Klinge weit genug überstehen, damit man das Messer über die Spitze eintreiben kann.



Das zu spaltende Holzstück muss frei von großen Astansätzen sein. Astansätze sind extrem stark mit dem Hauptstamm bzw. Hauptast verbunden. Selbst mit einer großen Axt kann es dann Probleme beim Spalten geben. Mit einem Astholzstück sollte man ein Messer auf keinen Fall quälen.
Gut zu erkennen ist, dass das KA-BAR USMC nach einer halben Schubkarre voll Anmachholz spalten (abgelagertes Buchenholz) keinerlei Ausbrüche an der Klinge zeigt. Die nicht rostfreie Carbonstahlklinge ist noch so scharf, dass sie saubere Papierschnitte abliefert. Lediglich die Beschichtung hat etwas gelitten.



Das kleinere Mora überzeugt auf ganzer Linie – nur ist es eben eine Nummer kleiner und daher nicht für ganz so starke „Brocken“ und aufgrund des geringen Gewichtes nicht zum Hacken einsetzbar. Man benötigt zumindest etwas mehr Zeit, um ein größeres Holzstück zu zerlegen. Die Vorzüge des Mora liegen auf jeden Fall im feineren Bereich. Trotzdem ist das Messer extrem robust. Auch die rostfreie Klinge aus Sandvik Stahl zeigt nach gleicher Anzahl von Spaltvorgängen keine einzige Blessur und schneidet sogar noch schärfer als die Klinge des USMC.
Das KA-BAR USMC ist ebenfalls ein wirklich gutes Messer. Man sollte es dennoch nicht überstrapazieren, denn der Erl verjüngt sich deutlich in den Griff hinein und die Klinge ist bei Überbelastung insbesondere am Ansatz bruchgefährdet.

Mit dem Mora sind wirklich brachiale Arbeiten aufgrund der kurzen Klinge ohnehin nicht möglich.

Gerade zur Herstellung von Anmachholz hat sich das Batoning durchaus bewährt, denn das Spalten mit einem Messer ist gerade im Outdoorbereich weitaus ungefährlicher als mit einem Beil. Die linke Hand (im Regelfall) hält das Messer und fixiert damit das Stück Holz auf einem stabilen Untergrund. Bei einem Beil muss hierfür bei kleineren Stücken die Hand herhalten – für Ungeübte ist das sicher nicht ganz ungefährlich.
Mit dem Messer lässt sich das Holz zudem wesentlich gefühlvoller zerteilen. Spaltet man wie auf dem nachfolgenden Bild auf einem Hackklotz, fliegen die geteilten Holzstücke auch nicht wild umher.

Welches Messer man letztendlich bevorzugt, ist wie immer eine Frage des Geschmacks und des individuellen Einsatzes. Beide Messer sind jedenfalls für sich erstklassig und da das Mora legal geführt werden kann, dürfte es sicher eine mehr als interessante Alternative zu großen Messern sein. Und wen die Optik des Mora Messers samt Plastikköcher stört, für den haben wir dann demnächst etwas Interessantes zu berichten…..