Kleine Modifikation am KA-BAR Mule Lockback Folder

Wenn man einen Lockback Folder in die Hand nimmt, dann denkt man selten an die Technik im Inneren. Viele Messerbesitzer wissen nicht einmal, wie so ein arretierendes Klappmesser mit Rückenverriegelung überhaupt funktioniert. Also habe ich heute einmal zu Demonstrationszwecken das KA-BAR Mule zerlegt, und dem Messer gleichzeitig eine kleine „Zivilkur“ verpasst.

Das KA-BAR Mule ist bekannt als echtes Arbeitstier – wie schon der Name eben übersetzt bedeutet: Maultier.
Kräftig und mit einem sehr langen Griff wartet das Messer mit einer schneidfreudigen AUS-8 Stahlklinge in Hohlschliffbauweise auf. Die Lockbackverriegelung arbeitet bei diesem Messer ganz besonders solide und absolut spielfrei – auch noch nach langer und intensiver Benutzung.

So sieht das Messer ab Werk aus:

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Der große Folder lässt sich sehr leicht demontieren, da sämtliche Teile verschraubt sind. Man benötigt lediglich zwei sehr kleine TX Schraubendreher bzw. Bits in den Größen 10 und 20.
Hier alle losen Gehäuseteile samt Klinge ohne Schrauben. Die Mechanik bleibt auf der rechten Hälfte angesetzt.

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Die Beschichtung der Klinge habe ich nach diversen Versuchen mit feiner Stahlwolle entfernt – dadurch bekommt sie eine Art Stonewash Optik, die letztendlich auch sehr gut zum Messer bzw. Griff passt. Am Klingenachsloch bzw. um die Aufnahme herum wurde die Beschichtung belassen.
Vorab wurde der beidseitige Daumenpin an einer Seite bündig abgesägt und dann aus der Klinge getrieben. Dieser ist extrem fest vernietet, kann also nicht mit einer Zange abgezogen werden. Das verbliebene Loch ist so klein, dass man das Messer nun nicht mehr einhändig öffnen kann.

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Der Zusammenbau in Schritten – die Demontage ergibt sich daraus:

Zunächst wird die rechte Gehäusehälfte mit den 3 kleinen schwarzen TX Schrauben wieder befestigt. Die kürzeste Schraube kommt nach hinten und die Längste vorn in die Mitte – s. Fotos.

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Bei der dritten Schraube muss man aufpassen, dass die Lagerachse der Klingenarretierung nicht aus dem Gehäuse rutscht – andernfalls wieder korrekt platzieren. Die Achse besitzt eine kleine Abflachung für einen fixierten Sitz im Gehäuse. Das ist diese Schraube hier:

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Nun wird die Klingenachse durchgeschoben – auch sie ist vorn abgeflacht.

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Als nächstes kann die Klinge eingesetzt werden – hierzu wird die Entriegelung heruntergedrückt. Wichtig: die Teflon-Gleitscheiben links und rechts von der Klinge nicht vergessen auf die Achse zu schieben.

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Nun wird die linke Gehäusehälfte aus Metall mit 2 kleinen blanken TX Schrauben wieder aufgesetzt.

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Als Letztes wird in die Klingenachse die große TX Schraube eingedreht (nicht zu fest ziehen) – vorab sollte man etwas Schraubensicherungslack auftragen, damit sie sich nicht lösen kann.

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Fertig….

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Immer wieder hilfreich für feinere Arbeiten ist übrigens dieser Schrauberkasten mit vielen kleinen TX und Sechskantbits von Proxxon:

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