Custom Puukko mit einer handforged Klinge von Saku Honkilahti

Es stand mal wieder ein Puukko Bau an. Dieses Mal habe ich eine handgeschmiedete 10 cm Klinge aus 80CrV2 Stahl von Saku Honkilahti genutzt.

Auf dem nachfolgenden Bild sind alle verwendeten Materialien zu sehen. 5 mm dickes Messing für die Bolster,  eine 4 mm Scheibe schwarzes G10, eine 1 mm Messingplatte für den Zwischenring und eine Messingnietscheibe. Nicht zu vergessen das eigentliche Griffmaterial: stabilisierte Mooreiche.

Wie immer ist die exakte Anfertigung der Passung bzw. des Frontbolsters die mit schwierigste und zeitintensivste Aufgabe.  Es bedarf hier einiger Vorarbeiten, viel Anpassung und vorsichtigem Nachfeilen. Erst ganz zum Schluss – kurz vor dem Anschlag – wird die Passung dann endgültig mit nur noch ein ganz klein wenig Untermaß vorn an den Klingenanschlag aufgetrieben. So ist gewährleistet, dass die Passung absolut präzise an der Klinge anliegt. Insbesondere bei einer handgeschmiedeten Klinge und hier auch noch mit rhombischem Klingenquerschnitt ist dies ein nicht ganz so einfacher Akt, der sich am Ende aber lohnt. Zwischen Klinge und Passung gibt es dann keinen sichtbaren Spalt.

Ein paar weitere Detailbilder zur Anfertigung habe ich auf Instagram hinterlegt: Bolsterfertigung

Die Grifform habe ich bei diesem Messer vorn in Tropfenform gehalten. Nach hinten zu läuft der Griff dann in eine ovale Form und etwas verbreitert aus. Insgesamt hat der Griff eine Länge von 12,2 cm – gemessen ohne Vernietung.

Der Griff selber ist bis auf 12.000er Korn poliert, die Bolster sind mit 1500er Korn satiniert.

Für dieses Messer habe ich dann noch eine Lederscheide angefertigt. Während nordische Scheiden nahezu generell hinten nass vernäht werden, habe ich eine seitliche Naht mit Keder angebracht und rückseitig eine Gürtelschlaufe angenäht. So kann man das Messer wie eine normale Köcherscheide hoch oder mit Dangler tief tragen.

Den Keder habe ich aus 4 mm dickem und extrem hartem Sohlenleder mit der Bandsäge zugesägt. Ein sauberer Zuschnitt mit einem Cutter ist nahezu unmöglich.

Traditionell wird für eine Puukkoscheide im Regelfall immer ein Holzinlay für die Klinge angefertigt. Gerade für die besonders bissigen und scharfen Scandiklingen die wohl auch sicherste und beste Lösung.

Damit das Puukko später gut eingleiten kann, und man mit der Klingenspitze nicht in die obere Holzkante sticht, muss man diesen kleinen Holzschacht oben auftrichtern. Unten lässt man ein kleines Luftloch, damit evtl. eintretendes Wasser ablaufen kann, bzw. die Scheide stets belüftet wird.

Danach habe ich den Keder mit 2K Kleber schnellfest mittig auf den Rand des Holzinlays geklebt, damit dieser beim späteren nass Anformen der eigentlichen Scheide nicht verrutscht.

Die beiden Lederstreifen dienen später zum Andrücken des nassen Leders an den Keder. Damit keine kantigen Abdrücke verbleiben, habe ich diese Streifen mit einem Kantenhobel abgerundet. Sie sind so zugeschnitten, dass sie exakt der Form des Keders folgen.

Dann wird das nasse Leder angeformt und geklammert.

Nach dem Trocknen wird die Scheide gefärbt, die Gürtelhalterung angenäht und seitlich ganz dicht am Rand des Holzinlays vernäht. Abschließend wird der Keder dicht zum Garn hin abgeschliffen, gefärbt und poliert. Selbstverständlich werden alle Nähte versenkt.

Fertig…. nun hat das Puukko eine sichere Bleibe und quittiert seine Endposition beim Einschieben mit dem bekannt schönen „Klack“.

 

Material für den Puukko Bau ist bei uns im Shop erhältlich: PUHALA