Magendrehung beim Hund – der Alptraum eines jeden Hundebesitzers

An dieser Stelle möchten wir aus aktuellem Anlass andere Hundebesitzer auf eine akut auftretende und unmittelbar lebensbedrohende Erkrankung bei insbesondere größeren und älteren Hunden aufmerksam machen und bitten darum, es so gut wie möglich zu verbreiten. Es geht dabei um die Magendrehung beim Hund, und wie man sie dann vielleicht doch bei einem Hund vermeiden kann.

Entfernt hatten wir einmal vor einigen Jahren davon gehört. Der Besitzer eines Boxers hatte uns davon berichtet. Seine Enkelkinder hatten mit dem Hund nach dem Fressen unerlaubterweise getobt. Obwohl der Hund noch sehr jung war, konnte er nicht mehr gerettet werden.
So war natürlich auch für uns schon immer klar, dass man einem Hund nach dem Fressen natürlich Ruhe gönnt, aber was wir nicht wussten, war die Tatsache, dass man insbesondere ältere, große und relativ träge Hunderassen nicht nur einmal täglich, sondern über den Tag verteilt mit kleinen Portionen füttern soll.
Das ist Ronja – knapp 2 Wochen vor ihrem Tod. Sie hat ein stolzes Alter von fast 13 Jahren erreicht – das Alter hat man ihr kaum angesehen.

Was war passiert:
Am 24.09.2011 bekamen unsere beiden Hunde wie gewohnt abends um 18 Uhr ihr Trockenfutter. Danach war wie gewohnt Ruhe angesagt und die Hunde schliefen.
Gegen 20 Uhr stand Ronja an der Terrassentür und wollte nach draußen in den Garten. An sich nichts Ungewöhnliches, und wir bemerkten auch keine Veränderungen an ihr. Plötzlich begann Ronja aber zu würgen und wollte erbrechen. Auch das kam schon vor. Nur wenige Minuten später erkannten wir aber, dass das Alles eben nicht mehr normal war.
Sie erbrach nur Schleim und ihr Leib blähte sich innerhalb von wenigen Minuten extrem auf. Sie „brummte“ zudem vor Schmerz und wollte nicht mehr gehen. Obwohl Ronja unter wahnsinnigen Schmerzen litt, ließ sie sich sogar noch in das Auto tragen.
Der Notdienst wurde zuvor angerufen und schon unsere Beobachtungen ließen die Tierärztin vermuten, dass es sich um eine Magendrehung handele. Die Röntgenaufnahme etwa 20 Minuten später bestätigte dann den Verdacht. Ronja bekam zuvor noch ein starkes Schmerzmittel gespritzt.
Die Operation einer Magendrehung gehört mit zu den schwersten Operationen am Hund. Selbst jüngere Hunde haben nur eine geringe Überlebenschance. Viele Tiere versterben noch während oder kurz nach der OP. Oft muss die Milz entfernt werden und es bleiben Herzprobleme zurück. So mussten wir Ronja erlösen, da eine OP in ihrem Alter keinesfalls mehr erfolgversprechend war und nur noch eine absolute Tierquälerei gewesen wäre. Vermutlich hätte sie die Fahrt zur Tierärztlichen Hochschule nicht einmal mehr überlebt, denn vor Ort in der Tierarztpraxis hätte die OP nicht durchgeführt werden können.

Was passiert bei einer Magendrehung ?

Simpel erklärt, dreht sich bei einer Magendrehung der Magen – der beim Hund im Bauchraum wie eine Hängematte hängt – um seine eigene Achse und schnürt Speiseröhre und Darm ab. Durch die Futtergärung im Magen bläht sich dieser dann innerhalb von wenigen Minuten im Bauchraum extrem auf. Die Gase können nicht mehr entweichen. Der Hund schluckt seinen Speichel, bekommt ihn aber nicht herunter. Dadurch bedingt fängt er an zu würgen, aber nur Schleim und kein Futter zu erbrechen. Eine fürchterliche und kaum beschreibbare Situation tritt ein…
Gerade bei älteren Hunden tritt die Magendrehung öfter auf, da das Bindegewebe zunehmend erschlafft und den Magen nicht mehr so gut fixiert. Schon das alleinige Aufstehen – auch nüchtern – kann zu einer Magendrehung führen. Große und träge Rassen und derer Mischlinge – allen voran die Dogge – sind am Häufigsten betroffen. Schon ab dem 3. Lebensjahr sind Doggen gefährdet!
Verstärkt wird das Ganze offensichtlich aber durch die Aufnahme von einer einzigen Tagesmahlzeit Futter. Die Magen kann durch den Futterinhalt bei einem alten Hund dann noch stärker und leichter schwingen und sich noch leichter drehen.
Also bitte verbreiten egal wo und so oft es nur geht und auf jeden Fall beim Kauf eines Welpen soweit möglich die Vorgeschichte der Ahnen recherchieren, denn die Magendrehung scheint auch bei erblicher Vorbelastung verstärkt aufzutreten – wir möchten dieses Leid wirklich mit keinem Hundebesitzer teilen !

Ronja wird uns in ewiger Erinnerung bleiben. Sie war eine stolze und mehr als charakterstarke Hündin. Sie hat unsere Kinder und uns beschützt und ihren Ziehsohn Lenny und unsere beiden Kater Sammy und Ninjo geliebt. Es war schön, dass Du da warst……