Einen Hühnerstall selber bauen

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Nachdem  wir die Nase voll hatten vom ständig in den Medien gegenwärtigen Lug und Betrug, haben wir uns dazu entschlossen, dass vier eigene Damen künftig für unser Frühstücksei sorgen sollen. Unser Blogbericht ist sicher auch interessant für den Einsteiger, denn auch wir hatten zu vor noch nie ein Huhn in Obhut….


Zunächst einmal das Bürokratische:
Ist die Haltung erlaubt ja oder nein? Eine entscheidende Grundfrage, die verneint natürlich das AUS bedeutet. Ob man Hühner halten darf oder nicht das erfährt man bei der Stadt…. bei uns sind max. 5 Hennen ohne Hahn gestattet. Daneben müssen die Tiere beim Veterinäramt angemeldet werden. Aber das war es dann auch schon. Im Grunde wirklich sehr wenig Umstand, wer hätte das gedacht?

Nun gleich zur Behausung und dem Umfeld. So ganz billig kommt man nicht davon, will man den Tieren ein schönes Heim schaffen, und genau das möchte man ja.

Was man da so im Netz bzgl. eines schönen Daheims zu sehen und kaufen bekommt…. also uns würde so ein „Minibausatzbutze“ als Tier ganz bestimmt nicht gefallen. Also musste unsere kleine Gartenhütte dran glauben, denn der Winter ist lang und auch sonst mag man schließlich vernünftig Leben und Wohnen.

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Im Grunde ungenutzt und nur mit ein paar Gerätschaften für den Garten gefüllt, sollte nun also endlich Leben in die „Bretterbude“ kommen.

Das durchaus komfortable Häuschen haben wir samt Tür und Dach mit Styropor isoliert und danach mit OSB Platten verkleidet. Klare Sache, denn 4 Hühner erzeugen in dem verhältnismäßig  großen Raum keine enorme Körperwärme im Winter. Die OSB Platten wurden danach 4 x mit einer vernünftigen Innenraumfarbe gestrichen.
Eine gute Belüftung ist wichtig – ein Fenster in der Hütte bot sich hierfür an – wichtig ist allerdings, dass die Hühner keiner Zugluft ausgesetzt sind. Quer durch die Butze soll der Wind also nicht pfeifen. Draußen natürlich vergittert, denn Marderbesuch im Hühnerhaus wäre nicht so nett.
Ansonsten haben wir viel im Internet gelesen und Tipps gesammelt. Foren kann ich weniger empfehlen. Wie bekannt und hier besonders passend, hacken sich auch einem Hühnerforum gern mal Besserwisser und Oberschlaumeier gegenseitig die Augen aus.

Also lieber Ausschau halten nach einem guten Blog.
In diversen Blog´s und auch auf ganz normalen Infoseiten haben wir z.B. auch diesen guten Tipp gefunden: überdachte Katzentoiletten als Legenester. Wer den Unsinn mal erfunden hat weiß ich nicht. Katzen hassen sie ja bekannter weise, aber Hühner lieben sie, und man kann sie hervorragend reinigen.

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Bereits am 2. Tag lag das erste Ei für uns parat.

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Nun noch weiter Bilder und die passenden Infos dazu.

Der Innenraum:
Nachdem der gesamte Raum mit Styropor isoliert wurde, kamen wie bereits erwähnt OSB Platten zum Einsatz. Dank Nut und Feder schließen sie schön bündig ab und lassen sich gut anbringen. Ein wenig fummelig sind natürlich Ecken und Kanten – man kennt das ja vom Tapezieren. Da muss man viel messen und sägen – am besten mit einer Stichsäge. Größere Spalten füllt man mit Dichtungsmasse aus, kleine Spalten werden später mit der Farbe verschlossen. Wichtig ist es, möglichst gar keine Ritzen zu hinterlassen, in die sich später Milben etc. einnisten könnten.
Immer wieder las ich das Wort Kalken der Wände. Früher wurden ja auch Innenräume gekalkt, es gab ja noch keine normale Wohnraumfarbe. Warum also einen Hühnerstall heutzutage kalken und nicht einfach nur mit einer vernünftigen Farbe streichen? Allein das Anrühren der Kalkfarbe ist ja nicht ganz ungefährlich – also abgehakt den Unsinn, denn die Kalkfarbe schützt ja auch keinesfalls vor Milben.

Das Haus wurde innen also einfach nur mit guter Farbe gestrichen, und das wird künftig 2 x im Jahr passieren. 1 x im Frühjahr und 1 x im Herbst. Selbstverständlich in Weiß, denn Hühner sind keine Grufties und mögen es gern hell. Daneben sieht man natürlich eindringlich, wann die nächste Grundsäuberung fällig ist.

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Hier die rechte Seite des Stalles mit Futterautomat, Sitzstange und einem mit Sand benetzten Kotbrett. Die Stange wirkt auf dem Bild deutlich dezenter als sie im Original ist. Sie sollte vom Durchmesser her nicht zu klein sein, damit die Hühner bequem sitzen können. Diese hier hat 48 mm. Es dauert im Übrigen eine zeitlang, bis dieser Schlafplatz für die Nacht  angenommen wird. Man sollte ihn den Hühnern auch ruhig einmal zeigen….

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Keine Bange – nicht tot 😉 – Hühner lieben Sandbäder. Damit gibt man ihnen außerdem die Möglichkeit ihr Federwerk zu reinigen.

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Der Auslauf….
Außen rum haben wir das Gehege mit einem Staketenzaun samt einem kleinen Tor eingefasst. An vom Wohnhaus aus nicht einsehbaren Stellen wurde das Areal hoch eingezäunt. Die Damen sind allerdings sehr artig und verlassen ihren Bereich nicht einmal in Richtung Hauptgarten mit dem recht niedrigen Holzzaun.

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und als Schutz gegen Greifvögel von oben haben wir noch einen großen Schmetterlingsflieder umgesetzt:

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Die Hühner sind da….
Als Rasse haben wir Sussex gewählt – 4 wirklich ausgesprochen nette Damen, die sich sehr schnell eingelebt haben, sehr zutraulich sind und schön artig von allein in den Stall gehen, wenn das Wetter umschlägt.

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und natürlich gut verriegelt das Ganze….

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das war es dann auch mal wieder 🙂

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